Des Hasskindes Spiegelbild
Stille

Mama ist aus dem Haus, trotz elender Krankheit gehe ich nachher zu einer völlig überflüssigen Sportklausur. Dann zum Arzt

. . .

Es ist still, unheimlig still. Die Uhr in der Küche tickt fast im selben Takt wie die Tastatur klackert und mein Rechner rauscht. Sonst ist es still... kein hoffnungsvolles oder vernichtendes Vibrieren des Handys. Kein Klingeln des Telefons oder der Tür.
Wieso auch, es ist mitten in der Woche und früher Morgen.
Das Gefühl, vergessen zu werden.
Ich habe heute Nacht geträumt. Wie erwartet in der kurzen Schlafphase einen ganzen Haufen Mist.

Die Korridore im Krankenhaus, unten bei der Physiotherapie. Ich suche jemanden, bei dem ich mein Rezept vorlegen kann, irgendwas ist mit meiner Schulter nicht in Ordnung. Wer läuft mir auf dem scheinbar unendlich langen Flur über den Weg? Du natürlich. Und kein Wort, kein Blick, keine Reaktion des Erkennens. Wir gehen aneinander vorbei und tun so, als würden wir uns nicht kennen. Und doch steigt in mir eine Welle der Übelkeit und der Angst hoch. Verdammter Traum, so real, das ich ihn von der Wirklichkeit nicht mehr zu unterscheiden mag.
Ich finde niemanden und verlasse das Gebäude wieder. Komisch... draußen schon dunkel und irgendwie führt die Tür durch die ich das Krankenhaus eben verlassen habe, zum Burghof von Burg Stargard. Burgfest...
Alex lehnt an einer Wand und ich gehe zu ihm, unfähig auch nur ein Wort zu sprechen. Er lächelt komisch, fast ein wenig irre... Und er sagt, er will nicht mehr. Und hält mir eine Uhr unter die Nase, auf der angezeigt wird, wann er sich umbringt. Ich glaube, es waren noch vier Stunden...
Ich starre ihn an, beginne zu flehen, zu schreien, er solle es nicht tun... Doch er lächelt nur noch und schüttelt den Kopf. Ich drehe mich um, renne los und durch die Tür zurück in die Physiotherapie, Alex rennt mir nach. Ich bekomme Angst, ich weiß nicht wieso, renne wieder an dir vorbei und werde erneut nicht beachtet.
Doch der der mir da folgt, ist nicht Alex. Es ist ein Mann den ich nciht kenne, es ist ein Etwas ohne Gesicht und Form und ohne den Hauch eines menschlichen Wesens. Es verfolgt mich, egal wohin ich auch renne, es ist immer da und die Angst wächst bis ins Unermessliche.
Ich schreie nach Hilfe, ich rufe nach dir... aber die Gewissheit, das ich alleine bin, nie wieder von dir gerettet werde, frisst sich wie ein Virus in mich ein.
Alles schwarz, mit einem Schlag.
Ich stehe vor der Intensivstation, alles komsich verzerrt. Es ist der erste Juni diesen Jahres... und er stirbt. Und seine Worte hallen mir durch den Kopf, wie das Weinen seiner Schwester, Mutter, Freunde, Verwandte... "Du kannst nicht immer stark sein." Aber ich muss doch... ich will doch kämpfen um ihn, auch wenn ich ihn schon verloren habe. Bis ich daran zerbreche. Alles aufgeben, wenn er mich darum bittet...

Ich habe schon verloren, das habe ich bereits begriffen. Egal was geschieht, wir verlieren alle... Es kostet viel zu viel Kraft, um noch lange durchzuhalten. Es zerfrisst. Es macht krank. Es macht leiden...

-> Fazit: Welch unsagbarer Stuss meinen Fingern entspringt, wenn ich alleine und dazu noch krank (physisch wie psychisch) bin.

13.11.06 09:28
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


herzlos / Website (13.11.06 09:34)
*mal leise zu dir setz und bisschen gesellschaft anbiete* weiß wie du dich fühlst, imo kann genau selbe schreiben. leere und stille umgibt einen..


Yoru (13.11.06 13:37)
du bist nicht allein

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